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Vortragsabend im Stadt- und Regionalmuseum: „Abenteuer Berliner Schloss: Erinnerungen eines Idealisten: Eine unglaubliche Geschichte. Erinnerungen“ mi Wilhelm von Boddien

Perleberg, den 04.​05.​2026
Foto: Torsten Foelsch | Berliner Schloss vom Zeughaus aus gesehen mit der Schlosskuppel (2022).
Lupe

Zu einem spannenden Vortragsabend über den Wiederaufbau des Berliner Schlosses in den Jahren 2012 bis 2020 mit Wilhelm von Boddien am Montag, 11. Mai, um 19 Uhr lädt das Stadt- und Regionalmuseum recht herzlich ein. 

 

Wie kein anderer steht der Hamburger Unternehmer Wilhelm von Boddien für den erfolgreichen Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg durch einen alliierten Luftangriff im Februar 1945 schwer beschädigten und teilweise ausgebrannten und schließlich 1950 abgerissenen Berliner Schlosses, der einstigen kurfürstlichen, seit 1701 königlichen und ab 1871 kaiserlichen Residenz der brandenburgischen Hohenzollern. Es war ein Akt politischer Kulturbarbarei, diesen bedeutendsten profanen Barockbau nördlich der Alpen auf Anweisung des damaligen SED-Chefs und DDR-Machthabers, Walter Ulbricht, gegen nationale und internationale Widerstände abreißen zu lassen.

 

„Kein Bauprojekt in Deutschland“, so der der Wasmuth & Zohlen Verlag 2022 in seiner Ankündigung zum gleichnamigen Buch von Wilhelm von Boddien, „war nach dem Mauerfall heftiger umstritten als die Rekonstruktion des Berliner Schlosses. Der Grund dafür lag nicht nur an der prominenten Lage in der Mitte Berlins, wo der Palast der Republik als Zeugnis der DDR ab 1976 den Platz des Schlosses eingenommen hatte. Vielmehr erschien der Wiederaufbau weiten Teilen der wiedervereinigten deutschen Gesellschaft auch als äußerst anachronistisch. Erst die fulminante Inszenierung der simulierten Fassade ließ die Sympathie für das Projekt steigen und überzeugte sogar hart gesottene Linke der 68er-Generation von dessen Gewinn für den Berliner Stadtraum. Mit Humor und manchmal Sarkasmus, mit Ironie und manchmal Schärfe, mit wachen Anekdoten und manchmal fast enzyklopädischem Gedächtnis schildert Wilhelm von Boddien aus seiner persönlichen Sicht das Engagement und den Einsatz, die immense Anstrengung und überraschende Resonanz, die sein 30-jähriges Eintreten für das größte Kulturprojekt Deutschlands nach dem Mauerfall begleiteten.“

 

Inzwischen steht das 1443 von Kurfürst Friedrich II. „Eisenzahn“ gegründete Schloss in seiner von Andreas Schlüter und Johann Friedrich Eosander von Göthe geprägten Architektur wieder und wirkt mit seinen drei historisch rekonstruierten Außenfassaden, dem atemberaubend schönen Schlüterhof und der 70 Meter hohen Kuppel von Friedrich August Stüler und Albert Schadow wieder in die Stadt und gibt ihr die alte Mitte, so wie es der berühmte Verleger und Publizist Wolf Jobst Siedler 1992 mit seinem berühmten Satz zum Ausdruck brachte: „Das Schloss lag nicht in Berlin – Berlin war das Schloss.“  Damit drückte er aus, dass Berlin nicht einfach eine Stadt mit einem Schloss war, sondern dass das Schloss den Mittelpunkt, das Herzstück und die städtebauliche Definition Berlins darstellte.

 

Zur besseren Planung des Ablaufs der Veranstaltung bitten die Museumsmitarbeiter um rechtzeitige Anmeldung, entweder telefonisch unter 03876 781-422 oder via Mail an . 

 

Bild zur Meldung: Foto: Torsten Foelsch | Berliner Schloss vom Zeughaus aus gesehen mit der Schlosskuppel (2022).

Weitere Informationen:
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PDF-Darei | Veranstaltungsplakat
 
 
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