Wir laden Sie recht herzlich zu unserem nächsten Vortragsabend im Stadt- und Regionalmuseum kommenden Montag, den 6. Oktober 2025 um 19:00 Uhr ein.Thema ist dieses Mal: Die Geschichte der Eisenbahn in und um Perleberg.Als Referent konnten wir Herrn Norbert Weise, Dipl.-Ing. (FH) Eisenbahnbetriebstechnik gewinnen. Er war 45 Jahre Eisenbahner und davon mehrere Jahre Leiter des Bahnhofs Perleberg und kennt sich mit der Geschichte der Eisenhahn sehr gut aus. Er wird sich beim Vortrag ausführlich über seinen Werdegang bei der Eisenbahn vorstellen.Es geht im Vortrag besonders um die Bedeutung der Eisenbahn für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Perleberg, die untrennbar mit ihrem Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahre 1881 verbunden ist. Bereits am 7. Dezember 1835 verkehrte die erste deutsche Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth und 1846 wurde die Bahnlinie Berlin – Hamburg mit Anbindung von Wittenberge in Betrieb genommen. Es sollten aber noch fast 46 Jahre vergehen, bis auch Perleberg einen eigenen Eisenbahnanschluss und einen stattlichen Bahnhof erhielt. In Perleberg drängten vor allem die Geschäftsleute auf einen Bahnanschluss und so beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Bau einer Lokalbahn nach Wittenberge, die dann am 15. Oktober 1881 feierlich eröffnet werden konnte. 1885 – also vor nunmehr 140 Jahren – folgte dann die Eröffnung der Strecke von Perleberg bis Wittstock. Seit 1881 spielt also die Eisenbahn eine wichtige Rolle für das öffentliche und wirtschaftliche Leben in der Prignitz. Ab 1897 folgte dann der Ausbau weiterer Kleinbahnlinien in der Ost- und Westprignitz, von denen die von Perleberg über Lindenburg nach Kyritz am 15. Oktober 1897 als erste Schmalspurbahnstrecke in einer Spurweite von 750 mm eröffnet wurde und unter dem Spitznamen „Pollo“ auch die berühmteste bzw. populärste aller Strecken war (1969 geschlossen).In diesem Jahr ist es außerdem 50 Jahre her, dass die 1910 bis 1911 erbaute Westprignitzer Kreisringbahn, die eine Streckenlänge von 48,8 km hatte und die Kreisstadt Perleberg mit einer größeren Anzahl von Gütern und Gemeinden im Norden der Prignitz sowie ab Berge mit der Stadt Putlitz verbunden hatte, endgültig ihren Betrieb einstellte. Am 28. September 1975 wurde der Bahnbetrieb der Ringbahn eingestellt. Die beiden Perleberger Peter Sommerfeld und Norbert Weise beschäftigen sich seit vielen Jahren intensiv mit der Geschichte der Eisenbahnen in der Prignitz, sind selbst Zeitzeugen und waren Mitarbeiter der Deutschen Reichsbahn. Peter Sommerfeld brachte mit seinem Buch „Die Perleberger Ringbahn. Die regelspurigen Kleinbahnen Pritzwalk-Putlitz-Suckow, Perleberg-Karstädt-Berge-Perleberg und Berge-Putlitz“ 2012 in erster und 2015 in zweiter Auflage ein vielbeachtetes Standardwerk zur Kreisringbahn der Westprignitz heraus und Norbert Weise hat unterschiedliche Veröffentlichungen zur Prignitzer Bahngeschichte herausgegeben und betreibt überdies eine eigene Internetseite zum Thema ( http://www.norbert-weise.de/index.htm ). „Die regelspurigen Strecken der Ost- und Westprignitzer Kreiskleinbahnen“, so Peter Sommerfeld in seinem Buch, „stehen bis heute im Schatten des weitaus bekannteren Schmalspurbahnnetzes des ‚Pollo‘. Die Geschichte der regelspurigen Kleinbahnen in der Prignitz begann mit der am 4. Juni 1896 eröffneten Strecke Pritzwalk–Putlitz. Am 7. Dezember 1911 wurde der Verkehr auf der aufgrund ihrer ungewöhnlichen Trassenführung als ‚Kreisringbahn‘ bezeichneten Strecke Perleberg–Karstädt–Berge–Perleberg und der Verbindung Berge–Putlitz aufgenommen. Einige Monate später, am 1. Oktober 1912, folgte die Strecke Putlitz–Suckow (Kr Parchim). 1949 übernahm die Deutsche Reichsbahn (DR) die regelspurigen Kleinbahnen, deren Stern ab Ende der 1960er-Jahre sank. 1975 endete der Personenverkehr auf der Kreisringbahn.“ Im Zusammenhang mit dem Bau der Ringbahn erhielt Perleberg zwei neue Bahnhöfe: den Südbahnhof an der Lenzener Straße und den Nordbahnhof am Stadtausgang an der Hamburger Chaussee. Die eigentliche Ringstrecke hatte dann 20 weitere Stationen, nach Putlitz gab es weitere 6 Haltestellen. Das ist inzwischen alles Geschichte und allein die Bahnlinien Berlin – Wittenberge – Hamburg und die von Wittenberge über Perleberg nach Wittstock, Neuruppin und Berlin sind noch in Betrieb. Das Erbe des einstigen Kleinbahnnetzes wird heute nur noch museal sehr liebevoll auf der kleinen rekonstruierten Strecke zwischen Mesendorf und Lindenberg und mit dem Kleinbahnmuseum in Lindenberg in Ehren gehalten. Die alten Kleinbahn-Bahnhöfe sind umgenutzt und die meisten alten Haltestellen sind verschwunden.Über diese verschiedenen Bahnlinien und viele Details des Bahnbetriebes in der Prignitz berichtet Norbert Weise in einem spannenden und bildreichen Vortrag und lädt damit zu einem Ausflug in 179 Jahre Eisenbahngeschichte der Prignitz ein.Wie immer bitten wir um rechtzeitige telefonische Anmeldung zu der Abendveranstaltung, entweder telefonisch (03876-781422) oder via Mail: museum@stadt-perleberg.de. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.