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Dieselmotoren und Lokomotiven bestimmten das Leben Rudi Sawatzkis – Bürgermeister Axel Schmidt überbringt Glückwünsche zum 90. Geburtstag

Perleberg, den 24.​09.​2025
Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Bürgermeister Axel Schmidt (links) gratuliert Richard Sawatzki zum 90. Geburtstag.
Lupe

„Lieber Herr Bürgermeister, ich begrüße Sie in unserer Runde und freue mich, dass Sie mir persönlich zu meinem 90. Geburtstag gratulieren.“ Mit diesen Worten beginnt Richard Sawatzki seine Ansprache am Mittwochmittag im Hubertus am Tierpark. Bürgermeister Axel Schmidt gehört zu den Gratulanten an diesem Tag, er überbringt die Glückwünsche der Rolandstadt Perleberg und seine eigenen.

 

Der Jubilar freut sich sehr, dass er seinen 90. Geburtstag mit der Familie feien kann. Seine beiden Töchter Marion und Silvia sind mit den beiden Schwiegersöhnen gekommen, die Enkeltochter mit ihrem Mann und den zwei Urenkeln. Lediglich der Enkelsohn aus Südafrika mit Frau und Urenkel Nummer drei konnte aufgrund der Entfernung nicht anreisen.

 

Dann blickt er 90 Jahre zurück, als an jenem 24. September 1935 die Hebamme aus dem zwölf Kilometer entfernten Legde schon früh ins Haus der Familie Sawatzki nach Grube gekommen war. Aber erst um 23 Uhr wurde der Sohn der Gutstagelöhnerin Luise Sawatzki und des Stellmachers Richard Sawatzki in die Welt gesetzt. Für seinen Vater war dies ein besonderer Tag. Acht Jahre nach der Geburt seiner Schwester Adelheid konnte er noch einen Sohn im Arm halten.

 

32.850 Tage dauert sein Leben inzwischen an, verkündet das Geburtstagkind, dass bei der Taufe in Grube den Namen seines Vaters bekam, seit diesem Tag auch Richard heißt.

 

Der 90-Jährige gehört zu der Generation, die drei Gesellschaftsordnungen erlebt hat. „Fast zehn Jahre lebte ich im faschistischen Deutschland, dann war ich 40 Jahre lang bemüht, einen sozialistischen Staat zu entwickeln und landete schließlich am 3. Oktober 1990 in einem kapitalistischen freiheitlich-demokratischen Staat“, so Richard Sawatzki. Doch in diesem sei er in seinem Inneren noch nicht angekommen. Inzwischen lebt er 19 Jahre mit seiner Frau Rosemarie, genannt Rosi, in zweiter Ehe zusammen. Für diese glücklichen 19 Jahre bekommt sie einen besonderen Dank von ihm.

 

Der Perleberger hat seine Kindheit und die Schulzeit in seinem Heimatort Grube verbracht, bevor es ihn beruflich nach Wittenberge und später nach Perlberg verschlug. Zwischen Volksschulzeit und Ausbildung habe er noch zwei Jahre auf der Siedlung seiner Eltern gearbeitet, bevor er seine Ausbildung zum Dieselmotorenschlosser im Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Wittenberge begann. Er blieb dort zunächst, wechselte aber 1962 zum Bahnbetriebswerk (BW) Wittenberge, später ging er in die Triebfahrzeuginstandhaltung nach Perleberg. Er habe sich immer weiterqualifiziert in seinem beruflichen Leben, blickt der Rentner zurück. Fünf Lokführerprüfungen hat er abgelegt und seinen Meister gemacht. Mit dem Ende der DDR kam für ihn nach 40 Berufsjahren das Aus. „Mit der Empfehlung der Reichsbahndirektion“, sagt er. Drei Jahre hat er dann noch im Geschäft seiner Tochter Silvia gearbeitet, im Fachgroßhandel für Eisenwaren, Werkzeuge und Industriebedarf. Hier war er im Verkauf ebenso zu finden wie bei der Reparatur von Geräten.

 

Auch Tochter Marion blickt in ihrer Ansprache noch einmal auf das 90-jährige Leben des Vaters. 90 Jahre, das sei ein Leben voller Erfahrungen, Erlebnisse und Geschichten, sagt sie. Sie berichtet, dass es für Richard Sawatzki vor einigen Jahren noch einmal einen Umzug innerhalb Perlebergs gab, er sich im neuen Zuhause auf dem Dachboden eine Werkstatt einrichten konnte. „Wir hoffen, dass Du Deinem Hobby, dem Heimwerkern noch rechtlange nachkommst“, wendet sie sich an ihn. Denn schließlich hatte er gesundheitlich große Herausforderungen zu meistern. „Aber Du hast sie tapfer durchgestanden!“ Die Tochter beschreibt ihren Vater als einen Menschen, der beim Gaststättenbesuch gutes Essen und russischen Wodka bevorzugt, gern seine Urlaube in Lychen genießt und sich täglich über das politische Weltgeschehen informiert, auch wenn dies ihn gegenwärtig aufrege.

 

Und dann macht Tochter Marion deutlich, dass ihr Vater ein Mann ist, der bis heute Prignitzer Traditionen hochhält. Denn in der Familie ist er der Knieperkohl-Coach, der genau weiß, wie der Marktstammkohl aufzuziehen ist. Und auch der Knieper, der daraus gemacht wird, den koche er noch selbst.

 

Doch dann wird angestoßen. Auf das 90-jährige Leben des Richard Sawatzki und auf noch viele gemeinsame Jahre mit seiner geliebten Frau Rosi, den Kindern, Enkeln und Urenkeln.

 

Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Bürgermeister Axel Schmidt (links) gratuliert Richard Sawatzki zum 90. Geburtstag.

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