In der heimischen Wohnung, in einem kleinen Büro in der Ritterstraße hat die 30-jährige Unternehmensgeschichte der Bausemer GmbH ihren Anfang genommen. Das war am 1. Mai 1995. Damals hatte Andreas Bausemer sein Einzelunternehmen angemeldet. Anfangs im Zentralheizungs- und Lüftungsbauerhandwerk tätig, kamen noch im gleichen Jahr Gas- und Wasserinstallationen hinzu. Am Montag sind Bürgermeister Axel Schmidt und Leerstandsmanager Jens Knauer in den jetzigen Firmensitz gekommen, um Andreas Bausemer und seiner Frau Regina zum Geschäftsjubiläum zu gratulieren. Im Gespräch mit dem Ehepaar bekommen die Gäste einen Einblick in die 30-jährige Unternehmensgeschichte. Andreas Bausemer hatte im Juli 1994 seinen Meisterabschluss als Zentralheizungs- und Lüftungsbauer gemacht, knapp ein Jahr später erfolgte der Schritt in die Selbstständigkeit. Eine Nachbarin hatte damals zu ihm gesagt: „Andreas, Du brauchst Dich doch nicht mehr selbstständig zu machen, wo jetzt alles vorbei ist.“ Denn die Anfang der 1990er Jahre gekommenen „Westfirmen“ hatten sich inzwischen wieder verabschiedet, nachdem der erste Bauboom abgeebbt war. Die Nachbarin hatte Unrecht, Andreas Bausemer ist mit seiner Firma bis heute am Markt. Und er hat das Unternehmen immer weiterentwickelt. Die Räumlichkeiten in der Ritterstraße wurden zu klein, sodass er 1997 das Haus in der Lindenstraße 3 kaufte. Das Gebäude, in dem sich einst ein Gaswerk und eine Poststelle befanden, wurde umgebaut. Im fünften Jahr der Unternehmensgründung erfolgte der Umzug. Auch der Name hatte sich im Jubiläumsjahr geändert, aus dem Einzelunternehmen wurde die Bausemer GmbH. Andreas Bausemer und seine Mitarbeiter sind heute nur noch in der Prignitz unterwegs. „Rund um den Kirchturm“, wie er sagt. Die Zeiten, wo sie bis nach Hamburg, Kiel und in andere Städte fuhren, sind vorbei. Die Auftragslage vor Ort ist ausreichend, auch für die Stadt Perleberg arbeite das Unternehmen. Insgesamt arbeiten heute acht Mitarbeiter in der GmbH. Neben Andreas und Regina Bausemer sind dies fünf Monteure und ein Auszubildender. Unter den Monteuren sind zwei Ukrainer, die sich in der Firma hervorragend integriert haben, freut sich Andreas Bausemer. Sehr zufrieden ist er auch mit seinem Auszubildenden, der im vergangenen September seine Lehre bei ihm begonnen hat. Er habe sich nach der 11. Klasse fürs Handwerk entschieden. „Im Vorfeld hat er schon Ferienarbeit und Praktika bei uns gemacht“, erzählt der Geschäftsführer. Heute sei er der beste Schüler an der Berufsschule. Der Bürgermeister weiß, dass Handwerk nach wie vor goldenen Boden hat. Mit Blick auf den Auszubildenden sagt er: „Handwerksfirmen werden gebraucht. Wer sich fürs Handwerk entscheidet, der kann hier bis zur Rente durchmachen.“ So sieht es auch Andreas Bausemer, der noch nicht ans Aufhören denkt, aber dennoch an eine Geschäftsübergabe. „Das Geschäft soll mindestens noch 30 weitere Jahre fortbestehen“, sagt er. „Und wenn alles so klappt, wie gerade geplant, dann wird es auch etwas mit der Übergabe.“ Mehr verrät der Geschäftsführer nicht. Mit seinen Gästen kommt er noch über die Auswirkungen des Heizungsgesetzes ins Gespräch. Dabei verrät er auch, dass er in den vergangenen Jahren immer wieder Prüfungen in den verschiedenen Fachbereichen abgelegt, entsprechende Zertifikate erhalten habe. Bürgermeister Axel Schmidt und Jens Knauer wünschen dem Unternehmerehepaar für die Zukunft alles Gute. Und das Stadtoberhaupt wünscht sich auch für die nächsten Jahre eine gute Zusammenarbeit mit der Bausemer GmbH.