Die Naturwacht hatte sich Anfang der Woche zu einem Pflegeeinsatz im Perleberger Stadtforst getroffen. Mitarbeiter der Verwaltung sowie Freiwillige des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Brandenburg waren an einem Moorstandort an der Stromtrasse aktiv. Auf dem Moorstandort wurden Kiefern entnommen. „Durch das Trockenfallen des Standortes konnten sich in den vergangenen Jahren Kiefern auf dem eigentlich offenen Lebensraum ausbreiten“, so Rangerin Luise Przibilla. „Somit geht der offene Charakter des Lebensraums verloren.“ Hinzu komme, dass der Wasserverbrauch von Kiefern – insbesondere anwachsender Kiefern – ziemlich hoch sei. Dadurch werde dem Boden mehr Wasser entzogen und der Lebensraum noch trockener. Das Moor, in dem der Arbeitseinsatz stattfand, ist noch in einem relativ guten Zustand. So wachsen dort noch Torfmoose, die für die Bildung von Torf eine wichtige Rolle spielen, Sumpf-Porst, der als gefährdet eingestuft wird. Für die Teilnehmer am Arbeitseinsatz hatte dieser das Ziel, den Wasserentzug durch die Kiefern zu verringern. „Gleichzeitig soll wieder ein offener Lebensraum geschaffen werden, in dem moortypische Pflanzen wachsen können“, sagt die Rangerin. „Auch für Amphibien und Reptilien wird dadurch ein geeigneter Lebensraum geschaffen beziehungsweise wieder hergestellt.“ Die entnommenen Kiefern wurden zu Totholzhaufen aufgeschichtet, welche zudem Reptilien und Amphibien als Sommer- und Winterquartiere dienen sollen. Stadtförster Raphael Wentzel betont, dass er das Engagement der Naturwacht, der Biosphärenreservatsverwaltung und vor allem auch der Freiwilligen besonders schätze. „Es gibt im Stadtwald Perleberg eine Vielzahl an gesetzlich geschützten bzw. schützenswerten Lebensräumen, welche häufig einer Pflege bedürfen. Das ist mit dem eigenen Personal allein nicht zu schaffen. Er hofft auch in Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit.“