Für ein Jahr war die Rolandstadt Perleberg die geschäftsführende Kommune im Regionalen Wachstumskern (RWK) Prignitz, hatte Bürgermeister Axel Schmidt den Vorsitz inne. Nach der Sitzung der Lenkungsgruppe am Montagvormittag übergibt er Staffelstab und Funktion an seinen Karstädter Amtskollegen Udo Staeck. Seit über 20 Jahren gibt es den RWK. Axel Schmidt unterstreicht die Bedeutung des Regionalen Wachstumskerns für die drei beteiligten Kommunen und die Region. Die Städte Wittenberge und Perleberg sowie die Gemeinde Karstädt hatten damals mit der Wirtschaftsinitiative Westprignitz (WIW) den RWK gegründet. Bis heute gilt, dass sich die vier Partner miteinander abstimmen, sowohl im politischen als auch in wirtschaftlichen Dingen. „Mit den Signalen in Richtung Land und Bund wollen wir nicht nur auf uns aufmerksam machen, sondern auch den Blick auf den ländlichen Raum lenken.“ Rückblicke und AusblickeDer Tag der Staffelstabübergabe sei auch immer der Tag, um zurückzublicken, Bilanz zu ziehen und auch den Blick nach vorn zu werfen, so der Perleberger Bürgermeister. Er verweist darauf, dass in der Lenkungsgruppe des RWK der Landkreis immer mit am Tisch säße. „Entweder der Landrat selbst oder der Geschäftsbereichsleiter.“ Was die Arbeit auszeichne sei auch das Ziehen an einem Strang. „Alle Beschlüsse müssen einstimmig sein“, beschreibt er das Miteinander für die drei Kommunen und den Wirtschaftsstandort Prignitz. Ebenso hervorgehoben werden müsse der WIW als Interessenvertretung der Unternehmen, der nicht nur als Treiber innovativer Ideen fungiere, sondern auch als verlässlicher Unterstützer, der mit seinem breiten Netzwerk und seiner Expertise wesentlich dazu beigetragen habe, „dass der RWK seine Ziele immer wieder erfolgreich erreichen konnte“. Ohne den Regionalen Wachstumskern Prignitz würde es einige Höhepunkte des Jahres nicht geben. Axel Schmidt nennt dabei die Berufsstartermesse GO!, Unternehmerstammtische in den Kommunen, den Neujahrsempfang, die Sportlerehrung, das Wirtschafts-Open-Air oder die Straße der Berufsideen. Hinzu kommt das Standortmarketing für das PerleBÄM!, die Elblandfestspiele, das Plattenburgspektakel, die Lotte Lehmann Woche und das Schwimmbadfest in Karstädt. Zu den Erfolgsgeschichten zählt Axel Schmidt auch das regionale Entwicklungskonzept, dass die Kommunen und der WIW erarbeitet haben. Mit ins Boot geholt haben sie dabei das Amt Bad Wilsnack/Weisen. Und der Aufwand hat sich gelohnt, denn das Konzept fand bei Bund und Land Anerkennung. „So bekommen wir für einzelne Projekte höhere Fördermittelanteile“, sagt er. „Für den Bau der Hauptzufahrtsstraße zum Gewerbegebiet Ackerstraße bekommt Perleberg jetzt nicht nur 60 Prozent, sondern 80 Prozent Förderung.“ Überhaupt werde hier intensive Lobby- und Netzwerkarbeit betrieben. Wenn es in der Entwicklung der Region Probleme aufzeigen, dann werden Telefonate geführt, Briefe geschrieben, um bei Bund und Land darauf aufmerksam zu machen, Partner dafür auf allen Ebenen zu finden. In der Amtsperiode der Gemeinde Karstädt bleiben die A 14 und die Bahninfrastruktur weiterhin Thema. So wird beispielsweise der Bahnhof Wittenberge gerade umgebaut, der Karstädter Bahnhof soll von der Gemeinde gekauft werden, um auch hier alle Voraussetzungen für einen attraktiven Umbau zu schaffen. Die drei Bürgermeister Axel Schmidt, Dr. Oliver Hermann und Udo Staeck blicken beim Treffen am Montag auf die gemeinsamen Erfolge zurück und mit Zuversicht nach vorn.