Gedenkveranstaltung zum 8. Mai: Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa
„Leute, die keinen Krieg erlebt haben, wohl aber selbst Krieg führen oder provozieren, wissen nicht, was sie furchtbares anrichten!“ Dieser Spruch von Altkanzler Helmut Schmidt steht an diesem Mai in Perleberg über der Gedenkveranstaltung zum Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa auf dem Grahlplatz. Bürgermeister Axel Schmidt begrüßt unter den zahlreichen Gästen Kommunal- und Landespolitiker, den 1. Beigeordneten des Landkreises Prignitz, Daniel Krause-Pongratz, den Veteranenverein Perleberg und die russische Gemeinde sowie Schüler des Gottfried-Arnold-Gymnasiums.
Gedenken sei nicht allein in die Geschichte zurückzublicken, so Bürgermeister Axel Schmidt in seiner Rede. Gedenken soll auch mahnen und uns zum Nachdenken bringen, wie wir friedlich zusammenleben und die Zukunft gestalten wollen. Für ihn, der diesen Krieg nicht erlebt habe, seien die Millionen Toten nicht ermessliches Leid, das der Krieg verursacht hat und bis ins Heute Nachwirkungen hat.
Der Perleberger Stadtverordnete Malte Hübner-Berger zeigt in seiner Rede die gegenwärtige Entwicklung in Deutschland mit Blick auf das Hitlerreich und die Folgen auf unsere Gegenwart auf. Malte Hübner-Berger selbst ist Jahrgang 1943, hat den Krieg nicht mehr bewusst erlebt, aber dessen Folgen. Er gehörte zu den jungen Leuten, die ihren Eltern Fragen stellten, wie es zur Diktatur kommen konnte. Hübner-Berger zeigt die Auswirkung von Propaganda auf, dass nichts mehr kritisch hinterfragt werde. Deshalb ruft er auf dem Grahlplatz, auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof, besonders die junge Generation auf, sich für die parlamentarische Demokratie einzusetzen und sich selbst einzubringen. „Wir können aus der Geschichte lernen!“
Schüler des Gottfried-Arnold-Gymnasium lesen aus den Erinnerungen junger deutscher Soldaten, wie sie die letzten Tage des Krieges erlebten. Dazwischen erklingt die „Kleine weiße Friedenstaube“, gespielt vom Blechbläserensemble des Perleberger Gymnasiums. Mehrere Teilnehmer kritisieren die mediale Berichterstattung sowie Gestaltung der aktuellen Gedenkkultur.
Bei den Klängen des Liedes „Unsterbliche Opfer“ werden die Kränze niedergelegt, neben Stadt und Landkreis, folgen Organisationen und Bürger. Auch an den Gräbern werden Nelken niedergelegt. Mit der Ode an die Freude aus Beethovens 9. Sinfonie geht die Gedenkveranstaltung zu Ende.
Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Bürgermeister Axel Schmidt (rechts) und Malte Hübner-Berger bei der Kranzniederlegung.