Stadt- und Regionalmuseum lädt mit der neuen Sonderausstellung zu einer besonderen Zeitreise ein

Perleberg, den 03.​02.​2026

Minus neun Grad zeigt das Thermometer am Montagabend an. Während draußen der Frost die Rolandstadt fest im Griff hat, wird im Perleberger Stadt- und Regionalmuseum die neue Sonderausstellung „Bekenntnis und Behaglichkeit. Kachelöfen der Reformationszeit in der Mark Brandenburg“ eröffnet. „Das Thema passt“, da sind sich die Organisatoren und die Besucher einig. „Denn bei diesen eisigen Temperaturen, bekommt man Sehnsucht nach einem warmen Kachelofen.“ Ein Satz der an diesem Abend mehrfach zu hören ist. Und auch Bürgermeister Axel Schmidt, der die Ausstellung eröffnet, spricht bei seiner Begrüßung vom Wunsch nach wohliger Wärme.

 

Die aktuelle Sonderausstellung hat ihren Ursprung im Stadtmuseum Lübben. Dort hatten die Mitarbeiter die Idee, an Hand von Ofenkacheln, ein Kunsthandwerk der Reformationszeit darzustellen und damit eine besondere Ausstellung im Reformationsjahr 2017 anzubieten. „Doch sie mussten feststellen, dass sie gar nicht so viele Kacheln hatten“, berichtet Dr. Christoph Krauskopf, Leiter der Presse- und Medienarbeit beim Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum, am Montagabend. „Wir dagegen haben viele Fundstücke in unserer Sammlung.“ Somit war die Ursprungsausstellung gerettet und sie ging danach in den Besitz des Landesamtes über. Dr. Christoph Krauskopf freut sich, dass die Ausstellung mit zahlreichen Prignitzer Ergänzungen nun erneut gezeigt wird. Er dankt Torsten Foelsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Stadt- und Regionalmuseums, für sein Engagement. Dieser hatte die Ausstellung um zahlreiche Ausstellungsstücke ergänzt. Seinen Dank richtet er an diesem Abend an die Museen, die die Leihgaben zur Verfügung stellten. Diese kommen aus dem Museum der Stadt Brandenburg an der Havel, aus den Schlossmuseen Freyenstein und Wolfshagen sowie dem Prignitz-Museum Havelberg. Die Leiterinnen aus Havelberg, Antje Reichel, und aus Freyenstein, Katharina Wanicki, sind am Montagabend zur Ausstellungseröffnung gekommen. Bei ihnen bedankt sich Torsten Foelsch noch einmal besonders, habe doch hier einmal mehr die Kooperation sehr gut funktioniert. „Das ist eine Zusammenarbeit, wie man sie sich vorstellt: unkompliziert und auf dem kurzen Dienstweg.“

 

Sein Dank geht auch an den Fuhrunternehmer Uwe Schäffer aus Uenze, der zum Abholen der Ausstellungselemente einen kleinen Laster zur Verfügung stellte, und an Hans Müller aus Porep, der nach Wünsdorf gefahren ist, um schließlich die fragilen Exponate abzuholen.

 

Dann ist der Augenblick gekommen:  Die Tür zum Ausstellungsraum wird geöffnet, die Besucher können die neue Sonderausstellung in Augenschein nehmen. Der Blick fällt zunächst auf einen großen Kachelofen aus Holz und Pappe, der bei den Besuchern gleich wieder für wohlige Wärme sorgt. Dann betrachten sie die zahlreichen Kacheln. Sie begeben sich auf eine Zeitreise in die Geschichte, betrachten die Darstellungen auf den Ofenkacheln, die nicht nur damalige Geschichte widerspiegeln, sondern auch erahnen lassen, dass diese Kachelöfen in den Häusern der reichen Leute standen. Auf den Informationstafeln können die Gäste eintauchen in die damalige Zeit, erfahren etwas über Geschichte, die grafischen Vorlagen für die Kachelmotive und die brandenburgischen Kurfürsten jener Zeit.

 

Auch an die jungen Museumsbesucher ist gedacht worden, so Dr. Christoph Krauskopf. „Es gibt eine Kinderebene, auf der Kater Friedrich durch die Ausstellung führt.“

 

Bei den Besuchern der Eröffnungsveranstaltung kommt die Ausstellung sehr gut an. Sie erfreuen sich an der Vielfalt und der Gestaltung der historischen Ofenkacheln und schwelgen auch ein wenig in Erinnerungen, als sie selbst noch einen Kachelofen in der Stube zu stehen hatten.

 

Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Besucher der Eröffnungsveranstaltung sehen sich die neue Sonderausstellung an.