Frau Holle taucht mit Museumsbesuchern in die Welt der russischen und märkischen Märchen ein

Perleberg, den 29.​12.​2025

Die Zeit zwischen den Jahren steigt Frau Holle seit ein paar Jahren immer von ihrem Wetterturm und besucht das Stadt- und Regionalmuseum der Rolandstadt. Dort berichtet sie den kleinen und großen Besuchern von ihren Erlebnissen in der letzten Zeit. Auch in diesem Jahr ist sie gekommen.

 

Zahlreiche Kinder, deren Eltern und Großeltern nehmen erwartungsvoll im Foyer des Museums Platz. Frau-Holle-Darstellerin Renate Groenewegen setzt sich auf einen großen Ohrensessel, der gleich neben dem Weihnachtbaum steht. „Schöne Weihnachten gehabt zu haben.“ Mit diesen Worten begrüßt sie die Gäste. Und gleich steigt sie ein, erzählt von ihrem Weihnachten im Wetterturm, von den Märchenfiguren, die sie besucht hätten. So seien unter anderem Schneewittchen und die sieben Zwerge bei ihr gewesen. Sie erklärte auch, warum es wieder keinen Schnee zu den Feiertagen gegeben habe: „Die Pechmarie hatte Dienst“, berichtet sie. 

 

Frau Holle ist nicht ohne ihren Korb gekommen. Aus diesem zieht sie eine Krone. „Die hat doch eine Besucherin bei mir vergessen, die kommt von ganz weit weg, fast am Ural lebt sie. Die Wassilissa, die Weise, die war bei mir und hat ihre Krone vergessen.“ Und da Frau Holle gerade im fernen Russland ist, erzählt sie den Museumsbesuchern ein Märchen aus diesem Land. Dazu befragt sie die Jungen und Mädchen, ob sie sich vorstellen könnten, auf einem Ofen zu schlafen. Das verneinten diese. Und so erfahren sie die Geschichte vom faulen Wanja, der beim Angeln einen Hecht fängt, der ihm verspricht, all seine Wünsche zu erfüllen, wenn er ihn wieder zurück ins Wasser lässt. Und es geschieht so. Immer wenn Wanja den Spruch „Bei des Hechtes Zauberwillen sollen alle Wünsche erfüllt sein!“ spricht und seinen Wunsch nennt, geht dieser in Erfüllung. Für den jungen Mann beginnt die Zeit des Glücks, denn am Ende lebt er in einem Schloss und darf die Prinzessin, die Tochter des Zaren, heiraten. „Also hört genau hin, wenn ihr einen Hecht fangt. Lasst ihn wieder ins Wasser“, so Frau Holle.

 

Es lohne sich, ein gutes Herz zu haben, seinen Mitmenschen ebenso zu helfen wie den Tieren, könne sich lohnen. Das erfahren die Jungen und Mädchen im Märchen vom Holzfäller, der der Zwergenprinzessin ihren verlorenen Glasschuh zurückbringt. Er bekommt als Dank ein goldenes Töpfchen, in dem jeden Tag ein goldener Taler liegt, sodass er davon leben konnte. Frau Holle zeigt den staunenden Kindern dieses goldene Töpfchen, dass ihr die Zwergenprinzessin geliehen habe, bis diese wieder solch einen Menschen wie den Holzfäller findet. Ähnlich ergeht es der Magd einer Bauernfamilie, die für ihre Hilfsbereitschaft einen Lederbeutel geschenkt bekommt, in den das Geld immer wieder zurückkehrt. 

 

Dann kehrt Frau Holle noch einmal in die russische Märchenwelt zurück, erzählt das Märchen vom Kater Bajun, der auf einem Baum lebt und Wünsche erfüllt. Ähnlich wie beim „Fischer und seiner Frau“ ist es auch hier die Frau des armen Mannes, die nicht genug haben kann, sodass die Familie am Ende wieder verarmt ist.

 

In der Pause gibt es Punsch und Plätzchen, bevor Frau Holle noch einmal in ihren Korb greift, ein kleines Töpfchen herausholt und deren Geschichte erzählt. Mit dem „Süßen Brei“ geht die Märchenstunde im Stadt- und Regionalmuseum zu Ende. Für die Besucher war es wieder ein gelungener Ausklang der Weihnachtszeit, bei dem Frau Holle einmal mehr unbekanntere Märchen erzählte.

 

Vor der Märchenstunde hatte Torsten Foelsch zu einer Sonderführung durch das Stadt- und Regionalmuseum eingeladen. Auch dieses Angebot wurde sehr gut von den Perlebergern und ihren Gästen angenommen.

 

Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Frau Holle (Renate Groenewegen) im Stadt- und Regionalmuseum bei ihrer Märchenstunde.