Gottfried Arnold schaut den Schülern und Lehrern jetzt in die Seele – Büste des Namensgebers des Gottfried-Arnold-Gymnasium feierlich enthüllt
Für Hartmut Schneider ist dieser 9. September ein besonderer Tag, denn an diesem Tag geht ein Wunsch von ihm in Erfüllung. Vor dem Gottfried-Arnold-Gymnasium wird die Büste des Namensgebers der Bildungseinrichtung, des Pietisten, Superintendenten und Kirchenhistorikers Gottfried Arnold enthüllt.
Schulleiter Prof. Dr. Felix Mundt kann am Dienstagnachmittag zahlreiche Gäste zu dieser kleinen Feierstunde begrüßen. „Während wir uns in den vergangenen Jahren verstärkt um das Haus 2 gekümmert haben, dort der Schulhof erneuert wurde, kümmern wir uns jetzt um das Haus 1“, sagt er in seiner Begrüßungsrede. Vor dem historischen Schulgebäude in der Puschkinstraße werde die Büste enthüllt.
Janine Lammers, Vorsitzende des Fördervereins des Gymnasiums, blickt zurück auf die Geschichte von der Idee bis zur Realisierung. Im Herbst 2023 habe sich der Förderverein erstmals mit dem Thema befasst. Doch die Summe, die die Realisierung kosten sollte, erschien dem Förderverein zu hoch. Ideengeber Hartmut Schneider beschwichtigte, sprach von Sponsoren, die er ansprechen würde. „Und so haben wir gebeten und gebettelt“, berichtet sie. Spendengelder wurden auch bei den Weihnachtskonzerten gesammelt. „Noch nie war die Spendenbereitschaft so groß“, freut sich Janine Lammers. Auch beim Benefizkonzert für die Büste am 14. Februar wurden Gelder für die Realisierung eingespielt. „Heute möchte ich allen danken, die geholfen haben“, so Janine Lammers. Jede Summe habe geholfen. Stellvertretend nennt sie an diesem Nachmittag die Volks- und Raiffeisenbank Prignitz, die Sparkasse Prignitz, den Kirchenkreis Prignitz und den Perleberger Bürgerverein. Mit den Geldern des Fördervereins konnte schließlich der Auftrag erfolgen, der Künstler Bernd Streiter die Büste schaffen.
Bürgermeister Axel Schmidt bedankt sich beim Ideengeber Hartmut Schneider. Dieser habe das Gymnasium einst gegründet, geleitet und engagiert sich bis heute. Bestes Beispiel sei die Gottfried-Arnold-Büste. „Ich hoffe, dass Sie sich noch lange so aktiv für ihre Stadt einsetzen“, wendet sich der Bürgermeister an Hartmut Schneider direkt. Er freue sich, dass wieder etwas Neues geschaffen wurde, Perleberg eine neue Perle erhalten habe.
Schulleiter Prof. Dr. Felix Mundt dankt noch einmal beiden Vätern der Büste, Hartmut Schneider und Bernd Streiter. Bei Hartmut Schneider bedankt er sich als Gründungsvater des Gottfried-Arnold-Gymnasiums. Er habe es aufgebaut, viele Jahre geprägt und ihm seinen sehr persönlichen Stempel aufgedrückt.
Bernd Streiter dankt er dafür, dass mit der Büste, die dieser geschaffen habe, der Geist Gottfried Arnold wiedergekehrt sei. Der Pietist, Superintendent und Kirchenhistoriker, der von 1707 bis zu seinem Tod 1714 in der Rolandstadt wirkte, lebte in einer Zeit, die im Geschichtsunterricht leider sehr vernachlässigt werde. Und so ruft er seine Schüler auf, sich nun mit dem Namensgeber des Gymnasiums zu befassen, um dann auch zu wissen, was denn ein Pietist, ein Superintendent und ein Kirchenhistoriker mache.
Prof. Dr. Felix Mundt stellt aber auch die Frage, was Gottfried Arnold wohl denken würde, wenn er jetzt dabei sein würde. Er würde sich sicherlich freuen, wie gut sich die gymnasiale Bildung im 20. und 21. Jahrhundert entwickelt habe.
Gegossen wurde die Büste in der Bronzegießerei Bieberich und Kolbe im Havelländischen Nennhausen. Für den besonderen Sockel, der dem Schulhaus angepasst wurde, bedankt sich Bernd Streiter bei Maurermeister Timo Hellwig.
Dann wird der feierliche Akt der Enthüllung durch Hartmut Schneider und Prof. Dr. Felix Mundt vollzogen. Für Hartmut Schneider schließt sich damit ein Kreis, hat er doch am 1. April 1993 in der Quitzower Straße das erste Namensschild des Gottfried-Arnold-Gymnasiums enthüllt.
Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Bernd Streiter, Prof. Dr. Felix Mundt und Hartmut Schneider an der Gottfried-Arnold-Büste.