Bürger diskutieren um die Neugestaltung des Friedrich-Engels-Parks
Das Bauamt der Rolandstadt Perleberg hatte am späten Mittwochnachmittag insbesondere die Bürgerinnen und Bürger aus dem Umfeld des Friedrich-Engels- Parks eingeladen, um sich mit ihnen über die geplante Gestaltung des Areals am südlichen Stadtrand auszutauschen, die Entwurfsplanung zu erläutern und Anregungen für die weitere Planung aufzunehmen. Circa 25 Bürger sind der Einladung gefolgt, darunter auch Anwohner und Stadtverordnete.
Bauamtsleiter Hagen Boddin freut sich, dass die Einladung auf Interesse gestoßen ist, die Bürger sich einbringen möchten. Er begrüßt die Gäste im Friedrich-Engels-Park und stellt seine Begleiter vor. Dabei sind Antje Hartwig vom Sachbereich Umwelt sowie der zuständige Planer Franz Beusch vom Potsdamer Büro Beusch Landschaftsarchitekten BDLA.
Antje Hartwig informiert vorab, dass es der Stadt Perleberg nur möglich sei, diese Umgestaltung vorzunehmen, da sie für das Projekt „PerleParks“ Fördermittel aus dem „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz – ländliche Kommunen“ in Höhe von 80 Prozent erhält. Die verbleibenden 20 Prozent sind Eigenmittel aus dem Haushalt der Stadt.
Spätestens seit dem Jahr 2017, als die Blaufichten durch den schweren Sturm umgestürzt waren, habe sich die Verwaltung Gedanken zur Umgestaltung des Parks gemacht, so Hartwig. Inzwischen spielen auch klimatische Veränderungen eine Rolle, auf die auch in Perleberg reagiert werden muss. Immer wurde der Wunsch nach mehr Bäumen geäußert. Es fehlte jedoch an einem Gesamtkonzept.
Im Gespräch mit den Bürgern ist immer wieder die Unterschiedlichkeit der Meinungen zu hören. Während einer Bürgerin der Park noch nie gefiel, möchten einige Anwohner ihren „Rosenpark“ behalten. Doch Antje Hartwig erklärt, dass der Zustand und die aktuelle Gestaltung überwiegend in der Kritik der Perleberger stehen. „Hier muss etwas gemacht werden“, sagt sie. Eine Umstellung auf extensivere Pflege, mehr Beschattung und mehr Naturerleben soll erfolgen.
Ein erster Planungsentwurf liegt vor, wird am Mittwochnachmittag vorgestellt. So wird das Wegesystem unter Beibehaltung der Sichtachsen umgestaltet. So werde es beispielsweise einen schönen Weg geben, der diagonal von der August-Bebel-Straße in Richtung Tierpark führen wird. Ebenfalls soll sich der Weg in Richtung Friedhof und Bushaltestellen qualitativ verbessern. Sie sollen barrierefrei werden.
Die Bürger erfahren, dass die jetzt noch das Areal umschließenden Hecken weggenommen und durch Bäume ersetzt werden. Franz Beusch spricht von Bäumen, die bis in den unteren Stammbereich ausschlagen, somit den Sichtschutz wieder herstellen. Mehr Bäume werden auch im Inneren des Parks gepflanzt, die Schatten spenden sollen. Angedacht seien unter anderem Obstbäume. Da sind die Teilnehmer unterschiedlicher Meinung. Einige sehen Gefahren, dass Kinder von Bienen gestochen werden könnten, wenn sie das Obst essen. Andere hingegen sehen eine Möglichkeit beim Parkbesuch, dieses Obst zu probieren bzw. zu ernten. Ein Thema, das bis zur Umsetzung abschließend besprochen werden soll.
Die vor einigen Jahren aufgestellten Bänke bleiben natürlich im Park und werden weiterverwendet. Hinzu kommen neue Bänke mit Rücken- und Armlehne. Franz Beusch zeigt den Anwesenden, wie diese aussehen: „Auch wenn sie wirken, als wären sie aus Holz gemacht, so sind sie doch aus Aluminium.“ Damit wären sie nachhaltiger und könnten bei Bedarf auch abgekärchert werden.
Überall im Park soll es Bereiche zum Wohlfühlen geben. Dort sind dann auch, Spielpunkte zu finden, wie beispielsweise ein Puzzle, eine Raupe o.ä. Jedoch betonen Hartwig und Beusch: „Es wird keinen Spielplatz hier geben.“ Einzelne Bereiche werden aber besonders für Kinder gestaltet, wobei Spielen und Lernen verknüpft werden sollen. Geplant ist auch ein Wasserspender. Von den Bürgern wurde noch die Idee einer Vogeltränke eingebracht, die auch umgesetzt werden soll.
Es gibt an diesem Mittwochnachmittag einige Punkte, über die die Anwesenden unterschiedlicher Meinung sind bzw. wo sie Vorschläge einbringen. Aufgenommen werden durch die Stadt unter anderem folgende Vorschläge: der Wegeverlauf ab der Kreuzung in Richtung Friedrich-Engels-Platz sollte für Fußgänger verbessert werden, damit Anlieger diesen barrierefrei nutzen können. Die Bänke sollten im Schatten von Bäumen stehen, ein Hundekottütenspender soll aufgestellt werden, kleine informative Schautafeln über das Naturleben, des sollen möglichst auch heimische Rosen und Blühsträucher verwendet werden und an den Pflegezufahrten sollten Poller vor dem Befahren der Fläche schützen. Diese Anregungen und Hinweise werden nun besprochen und nach Möglichkeit in die Ausführungsplanung aufgenommen. Denn einig sind sich hier alle: Auch der Friedrich-Engels-Platz soll ein Aushängeschild der Rolandstadt werden und gleichzeitig kann die Stadt hier, mit Hilfe der Fördermittel des Bundes, einen Beitrag zur Anpassung an den natürlichen Klimawandel leisten.
Im September wird das Bauamt die Bürger ins Rathaus einladen, um mit ihnen die Einarbeitung der Hinweise und den aktuellen Planungsstand zu besprechen. Geplanter Maßnahmebeginn ist Ende 2025, die Fertigstellung mit allen Pflanzungen bis Ende 2026.
Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Im Friedrich-Engels-Park erklären Franz Beusch, Antje Hartwig und Bauamtsleiter Hagen Boddin (v.l.n.r.) die ersten Vorstellungen zur Umgestaltung des Friedrich-Engels-Parks.