Perleberger gedenken zum Abschluss des Weihnachtsmarktes der Opfer von Magdeburg – Händler rief zu Spenden auf

Perleberg, den 23.​12.​2024

„Die furchtbaren und erschreckenden Bilder vom Attentat in Magdeburg lassen alles so unwirklich erscheinen“, so Bürgermeister Axel Schmidt bei seinen Worten zum Abschluss des Perleberger Weihnachtsmarktes. Einige hundert Perleberger und Prignitzer sind am Sonntagnachmittag noch einmal auf den Großen Markt gekommen, um ein Zeichen zu setzen. 

 

Sie wollen zeigen, dass die Menschen hier zusammenstehen, mit den Gedanken bei den Opfern und Hinterbliebenen des Attentats von Magdeburg sind. Bereits am Sonnabend gab es auf dem Weihnachtsmarkt eine Gedenkminute. Auch am Sonntag bittet Perlebergs Bürgermeister die Anwesenden um ein stilles Gedenken. Die Musik verstummt, Gespräche werden eingestellt. Einige Händler machen kurz das Licht an ihren Ständen aus.

 

Mit einem Gebet hält Pfarrerin Verena Mittermaier Fürbitte für die Opfer und die Hinterbliebenen. „Acht Jahre nach dem Attentat von Berlin werden alte Wunden wieder aufgerissen“, sagt sie. Hass und Gewalt seien wieder da. Daher fordert sie jeden Einzelnen auf, Hass und Gewalt keine Chance zu geben.

 

Bürgermeister Axel Schmidt dankt am Ende des Weihnachtsmarktes 2024 allen Organisatoren, die diesen Weihnachtsmarkt organisiert und langfristig vorbereitet haben. Vorab nennt er Marktleiterin Katrin Rathmann, „die mit Herz und Seele dafür brennt“. Er bedankt sich auch bei allen fleißigen Händlern, Schaustellern und Künstlern, die zum guten Gelingen des Weihnachtsmarktes beigetragen haben. Er dankt ebenso allen, die im Hintergrund wirkten, wie dem Abi-Jahrgang des Gymnasiums.

 

Das Stadtoberhaupt berichtet, wie es am Freitagabend auf dem Perleberger Weihnachtsmarkt zuging: „Der Markt war voll, als die ersten Nachrichten auch hier die Besucher über ihre Handys erreichte.“ Es habe eine gewisse Schockstarre eingesetzt. „Eigentlich ist der Weihnachtsmarkt ein friedlicher Ort, wo sich die Menschen auf die bevorstehenden Feiertage und den Jahresausklang einstimmen.“ Trotz dieser Fassungslosigkeit, die die Menschen betroffen macht, sind die Perleberger am Sonntag noch einmal auf den Weihnachtsmarkt gekommen, um dessen Abschluss zu erleben. Das veranlasst den Bürgermeister zu den Worten: „Toll, dass Sie alle da sind!“

 

Zu denen, die mit dem Weihnachtmann-Darsteller Martin Tetschke, dem Bürgermeister und der Pfarrerin auf der Bühne stehen, ist der Händler Eckbert Günther, der in den vergangenen Tagen Erzgebirgisches Kunsthandwerk, Lauschaer Glas und internationale Weihnachtsdekoration anbot. Eckbert Günther kämpft gegen seine Tränen an, als er sich an die Perleberger wendet: „Meine Frau war auf dem Markt in Magdeburg, hat diesen Anschlag miterlebt.“ Er bittet die Anwesenden für die Opfer und die Angehörigen zu spenden. „Egal wie viel es ist, jede Spende hilft“, so Eckbert Günther, der auf die schweren Verletzungen hinwies. „Einige werden auf den Rollstuhl angewiesen sein. Sie brauchen Hilfe und Unterstützung.“

 

Bevor der Evangelische Posaunenchor den Weihnachtsmarkt musikalisch beenden, ergreift Bürgermeister Axel Schmidt noch einmal das Wort: Er bedankt sich ganz besonders bei der Polizei, der Feuerwehr, den Notfallseelsorgern, allen Prignitzer Rettungs- und Einsatzkräften für ihre geleistete Arbeit. Er dankt ihnen dafür, dass sie nach dem Attentat von Magdeburg, den Perleberger Weihnachtsmarkt absicherten und immer da sind, wenn Hilfe benötigt werde.

 

 

Um den Opfern und Betroffenen des Anschlags vom 20. Dezember auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt möglichst schnell Unterstützung zu sichern, haben die Stadtverwaltung und die Sparkasse Magdeburg ein Spendenkonto eingerichtet: Spendenkonto LHS Magdeburg, IBAN: DE89 8105 3272 0641 0958 72, BIC: NOLADE21MDG. Eine Verwendungszweckangabe ist nicht notwendig.

 

Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg | Bürgermeister Axel Schmidt gedenkt der Opfer von Magdeburg. Mit ihm auf der Bühne: Weihnachtsmann-Darsteller Martin Tetschke und Pfarrerin Verena Mittermaier.