Laura Treger und Emma Baumgart holen einst verbrannte Bücher in der BONA wieder in die Öffentlichkeit

Perleberg, den 13.​05.​2026

Es waren einst überwiegend Studenten, die am 10. Mai 1933 in Berlin und anderen deutschen Städten Bücher öffentlich verbrannten. „Deshalb begrüße ich es sehr, dass es heute Abend junge Leute sind, die einige Bücher wieder aus dem Feuer geholt haben.“ Mit diesen Worten bedankt sich die stellvertretende Vorsitzende des Bürgervereins Perleberg, Cornelia Nickel, bei Laura Treger und Emma Baumgart, die den diesjährigen Gedenkabend „Bücher aus dem Feuer“ gestalteten.

 

Dazu hatten der Bürgerverein und die Stadtbibliothek BONA am Montagabend eingeladen. Die Veranstaltung präsentiert sich dabei erstmals in neuer Form, denn die beiden Schülerinnen der Jahrgangsstufe 11 des Gottfried-Arnold-Gymnasiums gestalten diese als szenische Lesung. So liest Laura Treger in ihrem Handy einen Text über die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 und fragt Emma Baumgart: „Kannst Du Dir vorstellen, dass sie damals Bücher verbrannt haben?“ Diese zeigt sich völlig entsetzt: „Was? Bücher verbrannt? Ich würde in einem leeren Zimmer wohnen, wenn jemand meine Bücher verbrennen würde.“

 

Damit ist das Interesse der beiden Schülerinnen geweckt, denn sie stellen fest: „Interessant wäre es ja mal, in die damals verbrannten Bücher reinzuschauen.“ 

 

Und sie beginnen, holen symbolisch die damals verbrannten Bücher aus dem Feuer, an diesem Abend aus den Bücherregalen der Stadtbibliothek. Den Auftakt machen Gedichte Bertholt Brechts, der in seinem Lied vom Anstreicher Hiltler, „ganz schön über Hitler vom Leder zieht“, so Laura Treger.

 

Es geht weiter mit Texten von Lion Feuchtwanger, Joachim Ringelnatz, Egon Erwin Kisch und noch einmal Lion Feuchtwanger. Die beiden Gymnastinnen gehen im Laufe des Abends immer wieder der Frage nach, warum die Nazis diese Literatur nicht mochten? Eine klare Antwort haben sie nicht gefunden, auch wenn Egon Erwin Kisch beispielsweise in einem Text 50-mal das N-Wort verwendet habe. „Das geht doch gar nicht“, meint Laura Treger während Emma Baumgart erwidert, dass die Literatur von damals auch im Kontext dieser Zeit zu werten sei.

 

Durch die Zwischendialoge der beiden Schülerinnen wird diese szenische Lesung zu einem kurzweiligen Abend. Bürgermeister Axel Schmidt und Cornelia Nickel bedanken sich bei Laura Treger und Emma Baumgart für die Gestaltung des Abends. Sie würden sich freuen, wenn es auch im kommenden Jahr einen ähnlich gestalteten Gedenkabend „Bücher aus dem Feuer“ von und mit Gymnasiasten geben werde. „Wir wollen diese Veranstaltung auf jeden Fall wieder durchführen“, sind sich beide einig.

 

Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Laura Treger (links) und Emma Baumgart.