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Perleberger Stadtforst unterstützt PraxisBO des Kreisbauernverbandes – Schüler lernen die Arbeit eines Forstwirtes kennen
Perleberg, den 20.10.2025
Stadtförster Raphael Wentzel und seine drei Mitarbeiter bekommen nicht oft Besuch bei ihrer Arbeit. Das war jedoch am vergangenen Mittwoch anders. Schüler der 10. Klasse der Schule an der Stepenitz sind gekommen, wollen sich ein Bild vom Beruf des Forstwirtes machen.
Dieser Besuch erfolge im Rahmen des PraxisBO-Projektes „Grüne Berufe“ mit der Schule mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt „Lernen“, so Christine Streese, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz. PraxisBO stehe dabei für Praxis Berufsorientierung. „Mit der Schule an der Stepenitz machen wir dieses Projekt inzwischen seit vier Jahren. Mit der Pritzwalker Förderschule seit drei Jahren“, so die Geschäftsführerin. Das Projekt läuft über vier Tage. Nach der theoretischen Einführung am Dienstag sind die Jungen und Mädchen nun im Stadtforst.
Zwei Stationen gibt es für die Schüler an diesem Tag. An der ersten Station erleben sie Baumfällungen. Sie erfahren nicht nur wie diese durchgeführt werden, sondern auch, welche Regeln des Arbeitsschutzes hier unbedingt einzuhalten sind. „Wir haben zur Anschauung zwei 60 bis 70 Jahre alte Buchen, welche im Zuge von Verkehrssicherungsmaßnahmen an den Wanderwegen in der Vorderheide gefällt werden mussten als Anschauungsobjekte genutzt“, so Raphael Wentzel. „Eine Fällung erfolgte mit Unterstützung durch eine Seilwinde, die zweite ohne.“
An der zweiten Station hat der Stadtförster mit den Schülern das Thema Waldumbau besprochen. Dabei lernen sie typische Werkzeuge für Pflanzungen kennen wie Hohlspaten, Göttinger Fahrradlenker und Erdlochbohrer. Ebenso werden verschiedene Anbaugeräte für Freischneider _ z.B. Häckselmesser, Stern und Kreissäge – vorgeführt. Die Jugendlichen erfahren über die regelmäßigen Pflanzungen, beispielsweise von Birken, Kiefern, Eichen, Rotbuchen, Esskastanien und Buchen sowie deren regelmäßige Pflege.
An dieser Station können die Schüler außerdem aktiv an der Waldrandgestaltung teilnehmen. Sie helfen bei der Freistellung von jungen Eichen, Buchen und Ebereschen, indem sie die Spätblühende Traubenkirsche entfernen. „Das ist eine invasive Art, die aus Nordost-Amerika zu uns gekommen ist“, erklärt Raphael Wentzel. „Das Problem ist dabei, dass die Spätblühende Traubenkirsche sich ausweitet und dabei die einheimischen Gehölze, wie beispielsweise Buche, Eberesche und Eiche verdrängt.“
Die Jungen und Mädchen bekommen Astscheren, Rosenscheren bzw. eine Machete, um das ungeliebte Gehölz zu entfernen. Unterstützung bekommen sie dabei von den drei städtischen Forstwirten Tim Jekal, Jens Höpfner und Max-Luis Waehlan.
Lehrer Jan Härtling lobt dieses Projekt des Kreisbauernverbandes. „Das ist spitze, das ist eine ganz tolle Sache und gut organisiert“, fasst er das PraxisBO-Projekt kurz zusammen. Mit Freude beobachtet er seine Schüler, die gerade bei der Arbeit kleine Teams bilden, dabei miteinander arbeiten. „Sie bekommen hier Sozialkompetenz vermittelt, die Teamfähigkeit wird entwickelt.“
Zufrieden zeigen sich auch die Jungen und Mädchen, die nun stolz berichten können, dass sie aktiv an der Waldrandgestaltung im Perleberger Stadtforst teilgenommen haben. Damit haben sie auch gleich etwas für Natur und Umwelt getan, denn die Äste werden auf Totholzhaufen zusammengelegt, dienen als Heimstätte für Insekten, Amphibien und Reptilien. „Es gibt sogar Vögel, die diese Totholzhaufen zum Brüten nutzen“, verrät der Stadtförster.
Gegen Mittag verlassen die Schüler wieder den Wald. „Am Donnerstag steht dann der Besuch auf dem Biohof Sommerfeld auf dem Programm und am Freitag erfolgt dann die Aufarbeitung der Projekt-Woche“, sagt Christine Streese. Die Möglichkeit über PraxisBO „Grüne Berufe“ vorstellen zu können wird aus Mitteln der Europäischen Union, der Bundesagentur für Arbeit und des Landes Brandenburg gefördert.
Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Was haben Forstwirte im Wald zu tun? Dieser Frage gingen Schüler der Schule an der Stepenitz im Stadtforst nach.