Die Richtkrone steht auf dem Dachstuhl des Hauses Heilige-Geist-Straße 3-4

Perleberg, den 16.​10.​2025
Vorschaubild zur Meldung: Die Richtkrone steht auf dem Dachstuhl des Hauses Heilige-Geist-Straße 3-4

Die GWG Wohnungsgesellschaft mbH Perleberg/Karstädt hatte am Donnerstag zum Richtfest in die Heilige-Geist-Straße eingeladen. Dort ist es gelungen ein altes Fachwerkhaus aus dem Jahr 1681 zu erhalten und mit einem Anbau auch den dortigen Lückenschluss zu vollziehen.

 

Geschäftsführer Ronald Otto hatte im Vorfeld in der Chronik des Wohnungsunternehmens geblättert und dabei festgestellt, dass die GWG nicht oft ein Richtfest feiere. „In den letzten 30 Jahren hat es das für Wohngebäude nicht gegeben“, berichtet er den Gästen. Er ist stolz und zufrieden, dass es letztlich gelungen sei, das alte Fachwerkhaus zu retten. Vor zehn Jahre habe die Wohnungsgesellschaft das Objekt gekauft und zunächst gesichert. „Es war ein langer Prozess, der zu diesem Ergebnis geführt hat.“ Ronald Otto und Architekt Klaus Röpke hätten oft ein Kopfschütteln geerntet, als sie von ihrem Vorhaben berichteten. „Natürlich wäre es aus betriebswirtschaftlicher Sicht besser gewesen, dass Haus abzureißen und neu zu bauen. Aber Perleberg lebt von seiner Altstadt, welche ein historisches und kulturelles Erbe unserer Stadt ist. Und wir wollten der Stadt ein Stück Fachwerk, ein Stück Altstadt zurückgeben.“

 

Vom Dach aus dankte er allen, die die GWG auf diesem Weg begleitet haben. Zunächst den Stadtverordneten, von denen einige Vertreter vor Ort waren, dass sie Städtebaumittel zur Verfügung gestellt haben. „Ohne diese finanziellen Mittel aus dem kommunalen Haushalt hätte es kein ILB-Darlehn gegeben“, so Ronald Otto. „Danke, dass Sie in zeiten klammer Kassen, Mittel für die Städtebausanierung zur Verfügung stellten.“

 

Sein Dank geht auch an den Architekten Klaus Röpke, dem es gelungen sei, Haus und Gelände so herzustellen, dass die Mieter sich mit ihren heutigen Ansprüchen hier wohl fühlen werden. 

 

Auch wenn sich viele immer wieder über den Denkmalschutz beschweren, GWG-Geschäftsführer Ronald Otto bedankte sich bei diesem für die gute Zusammenarbeit. „Es ist wie in einer Ehe“, sagt er. „Man rauft sich zusammen, um eine Lösung zu finden.“ Dieses Erfolgsrezept der Zusammenarbeit wurde auch bei diesem Bau umgesetzt.

 

Gedankt wurde auch Michael Silkinat vom Statikbüro Oltersdorf, der so manchen Stahlträger durch Holz ersetzen konnte, der Bauzimmerei Rose, deren Zimmerleute sehr behutsam mit dem Bauwerk umgegangen sind sowie der Baufirma Ludwig, die nicht nur das Mauern verstehen, sondern auch den Lehmbau. Mit dieser Bauweise, wie sie vor 350 Jahren angewandt wurde, wurde der gesamte Giebel wieder hergerichtet. Ronald Otto wünscht sich, „dass die Heilige-Geist-Straße 3-4 ein lebendiger Teil unserer Altstadt sei, für die zukünftigen Mieter, die hier wohnen werden und für unsere Stadt, die auf ihre historische Altstadt stolz sein kann“. 

 

Mit dem Richtspruch, gesprochen von Zimmermeister Sebastian Rose, dem traditionellen Trinkspruch und dem Zerschlagen der Gläser auf dem Boden des Bauwerkes ging der feierliche Teil des Richtfestes zu Ende.

 

Die Besucher nutzten nun die Möglichkeit, sich im Rohbau umzusehen. Ronald Otto informierte dabei über die Besonderheiten des Hauses: „Der Eingang von der Straße geht bis hinten durch, ein sogenannter Mittelflur teilt das Haus in zwei Hälften. Für Wohnungen ist so nicht ausreichend Platz.“ Doch die GWG fand eine Lösung: Der Vordereingang führt nur in die Erdgeschosswohnung, Der Zugang zur Wohnung im Obergeschoss erfolgt über eine Treppe im Anbau, der gleichzeitig die Verbindung zum neu entstehenden Gebäude Heilige-Geist-Straße 4 herstellt. Hier wird es ebenfalls zwei Wohnungen geben. Geheizt werde künftig mit erneuerbaren Energien. Wärmepumpen kommen hier zum Einsatz.

 

Bürgermeister Axel Schmidt, der zeitgleich bei der Eröffnung der neu erbauten Lidl-Filiale war, schaute etwas später auf der Baustelle vorbei, ließ sich über den aktuellen Sachstand informieren.

 

Insgesamt kostet das Vorhaben 1,3 Millionen Euro, so der GWG-Geschäftsführer. Davon werden 80 Prozent gefördert – über Städtebaumittel, Wohnungsbaumittel sowie einem Zuschuss des Landes Brandenburg. Die Mieten betragen zwischen sechs und acht Euro entsprechend der Vorgaben der Modernisierungsrichtlinie des Landes.

 

Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Richtfest Heilige-Geist-Straße 3-4.