Die Gramzower Mühle war ihr Leben – Bürgermeister Axel Schmidt gratuliert Rotraud Jahrow zum 95. Geburtstag

Perleberg, den 02.​08.​2025
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Auf ihr 95-jähriges Leben konnte Rotraud Jahrow am Sonnabend zurückblicken. Im Kreise ihrer Familie wird dieses Jubiläum gefeiert. Auch Bürgermeister Axel Schmidt ist gekommen, überbringt der Jubilarin die Glückwünsche der Rolandstadt Perleberg und seine eigenen.

 

Im Gespräch mit Rotraud Jahrow erfährt das Stadtoberhaupt, dass sie eine gebürtige Berlinerin sei, aber dennoch fast ihr ganzes Leben in der Prignitz verbracht habe. „Ich bin am 2. August 1930 in Berlin-Marienfelde geboren. Im Alter von einem Jahr bin ich hierher verschleppt worden“, sagt sie lachend. Denn ihre Eltern hatten die Gramzower Mühle erworben und sind mit ihrer kleinen Tochter und ihren Großeltern in die Prignitz gezogen. 

 

Neben der Mühle hatte die Familie noch 30 Morgen Ackerland, umgerechnet rund 7,5 Hektar, gekauft. Und so betrieb die Familie die Mühle und Landwirtschaft. Der Vater die Mühle, der Großvater die Landwirtschaft.

 

Rotraud Jahrow wurde in Guhlow eingeschult, wechselte mit zehn Jahren auf das Lyzeum nach Perleberg, die Oberschule für Mädchen. Nach dem Schulabschluss schickte ihre Mutter sie wieder nach Berlin, ins Lette-Haus. „Das war eine Schule für Frauen, eine Hauswirtschaftsschule“, erzählt sie. Pflichtbewusst folgte sie dem Wunsch der Mutter. „Diese Zeit war sehr wertvoll für mich“, berichtet sie aus jener Zeit. „Denn dort waren Mädchen aus wohlbetuchten Familien. Davon habe ich profitiert, lernte ich doch verschiedene Charaktere kennen.“

 

Und was sie gelernt hat, das konnte sie zu Hause anwenden. Im Haushalt und in der Landwirtschaft. Ihren Mann Alfred, der aus dem heute polnischen Teil der Stadt Guben kam, heirate sie 1950. Die kirchliche Trauung fand in der Guhlower Kirche statt, die standesamtliche in Quitzow. Aus der Ehe ging Sohn Joachim hervor. 

 

Ihr Mann, ein gelernter Musterweber, begann auch in der Mühle zu arbeiten, übernahm diese später. 1976 starb ihr Mann. Die Mühle wurde schließlich an die Deutsche Post verkauft. Die Bezirksdirektion Schwerin richtete hier ein Lager und Schulungszentrum für die Zivilverteidigung ein. Und Rotraud Jahrow? Die machte das, was sie vorher auch gemacht hatte. Nur jetzt mit Vertrag. Sie kümmerte sich um Haus und Hof. Und wenn hier Schulungen stattfanden, versorgte sie die Teilnehmer, kümmerte sich um diese. „Die Mühle war mein Leben“, so ihr Fazit.

 

1990 ging die heute 95-Jährige in Rente, kümmerte sich aber bis 2005 immer noch um das Grundstück. Dann zog sie zu ihrem Sohn nach Groß Buchholz. Hier war sie auch aktiv, kümmerte sich um den Garten. Vor zwei Jahren waren es gesundheitliche Gründe, die erneut einen Umzug erforderlich machten. Inzwischen lebt sie im Evangelischen Seniorenzentrum in der Lindenstraße. Hier gibt es am Sonnabend auch die ersten Glückwünsche zum 95. Geburtstag.

 

Doch gefeiert wird in Groß Buchholz, bei Sohn und Schwiegertochter. Zur Familie gehören zwei Enkel und drei Urenkel. Die beiden Enkel und ein Urenkel sind aus ihren Heimatorten angereist, um mit der Oma und Uroma ihren 95. Geburtstag zu feiern. Eine Runde, in der viele Geschichten erzählt werden, aus dem Leben von Rotraud Jahrow und 

 

Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Die Jubilarin Rotraud Jahrow freut sich über die Glückwünsche und das Geschenk von Bürgermeister Axel Schmidt (links). Sohn Joachim Jahrow und Schwiegertochter Bärbel feierten mit ihrer Mutter und Schwiegermutter im Familienkreis deren 95. Geburtstag.