Mit dem Lückenschluss Heilige-Geist-Straße 3-4 schließt die GWG die Sanierung des Quartiers ab

07.​05.​2025

Nein, auch das 1680 erbaute Haus in der Heilige-Geist-Straße 3 fällt nicht dem Abriss zum Opfer. Es steht aber auch nicht weiter als Ruine herum. Die GWG Wohnungsgesellschaft mbH Perleberg/Karstädt hat sich des Gebäudes angenommen, mit der Wiederherstellung und Sanierung begonnen. Und wie Ronald Otto, Geschäftsführer der GWG verrät, entsteht daneben ein Anbau, sodass die Häuserzeile sich künftig wieder als geschlossenes Ensemble zeigt.

 

Das Einzeldenkmal ist eines der ältesten Häuser der Rolandstadt. Die Sanierung, hier Wohnungen einzurichten, sei gar nicht so einfach. Das Gebäude habe eine Besonderheit, so Ronald Otto. „Der Eingang von der Straße geht bis hinten durch, teilt das Haus in zwei Hälften. Für Wohnungen ist so nicht ausreichend Platz.“ Doch die GWG fand eine Lösung: Der Vordereingang führt nur in die Erdgeschosswohnung, Der Zugang zur Wohnung im Obergeschoss erfolgt über eine Treppe im Anbau, der gleichzeitig die Verbindung zum neu entstehenden Gebäude Heilige-Geist-Straße 4 herstellt. Hier wird es ebenfalls zwei Wohnungen geben. „Es wird kein Fachwerkhaus, wie die Nummer 3, es wird sich aber nach den Vorgaben des Denkmalschutzes der Häuserzeile anpassen“, so der Geschäftsführer.

 

Beide Gebäude werden zu 80 Prozent gefördert, darunter sind auch 250.000 Euro Städtebaumittel. Insgesamt sind hier Baukosten in Höhe von 1.329.400 Euro geplant.

 

Für den Geschäftsführer der GWG endet mit diesem Lückenschluss eine Erfolgsgeschichte des Wohnungsunternehmens. „Wenn die beiden Gebäude fertiggestellt sind, haben wir das gesamte Quartier saniert.“ Angefangen habe alles 2013 mit der Heilige Geist-Straße 5 mit sechs Wohnungen. Acht Wohnungen und Gewerbe sind in der Karl-Marx-Straße 9/10 entstanden. Auch das drittälteste Haus der Stadt, die Karl-Marx-Straße 8 wurde wieder saniert. 

 

Die Arbeiten an der Heilige-Geist-Straße 3/4 haben im November des vergangenen Jahres begonnen und sollen im Frühjahr 2026 abgeschlossen sein. Spätestens dann lohnt es sich einmal mehr in dieser Straße in die Perleberger Stadtgeschichte einzutauchen. Denn gleich in der Nachbarschaft, am Ende der Heilige-Geist-Straße hat sich einst die sogenannte „Wiederkehr“ als eigentümliche Form mittelalterlicher Plätze erhalten. Der Weg führt in eine aufgeweitete Sackgasse, die unregelmäßig von Häusern gesäumt ist. Diese Gebäude spiegeln mit ihren verschiedenen Baustilen die vielfältigen Probleme der Stadterneuerung mit unterschiedlichen Sanierungskonzepten wider. Die Wiederkehr ist somit nicht nur ein Beispiel für die kleinteilige, historische Stadtstruktur, sondern auch ein beliebter Ort für Besucher der Rolandstadt und für Stadtführungen.

 

Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/René Hill | Blick auf die Baustelle in der Heilige-Geist-Straße 3. Als Anbau entsteht das Haus Nummer 4.