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Bürgermeister Axel Schmidt gratuliert zu 180 Lebensjahren
22.04.2025
Wenn im Hause des Ehepaares Elma und Manfred Springer Geburtstag gefeiert wird, so feiern sie stets einmal im Jahr gemeinsam am 21. April. Denn beide haben am 21. April 1935 das Licht der Welt erblickt, feierten am Ostermontag beide ihren 90. Geburtstag.
Zu den Gratulanten gehört auch Bürgermeister Axel Schmidt, der dem Ehepaar die Glückwünsche der Rolandstadt Perleberg und seine eigenen überbringt. „Ich gratuliere Ihnen zu 180 Lebensjahren“, formuliert er seine Glückwünsche zu diesem 90. Doppelgeburtstag. Elma und Manfred Schmidt freuen sich sehr, dass der Bürgermeister trotz des Feiertages gekommen ist.
Und so erfährt er von den Eheleuten, die im kommenden Jahr ihre Gnadenhochzeit (70. Hochzeitstag) feiern können, wie ihr Leben verlaufen ist.
Manfred Springer, der in Düpow geboren ist, hat nach dem Krieg zunächst den Beruf des Gärtners erlernt und von 1949 bis 1954 als Gärtnergehilfe gearbeitet. Doch dann wechselte er zum Kreisbaubetrieb, machte eine Ausbildung zum Maurer. „Ich war dabei eine Familie zu gründen“, begründet er den Wechsel zum Bau. „Und mit der Maurerei habe ich immer für sie gesorgt.“ Auch wenn die Familie später, als er auch in einer Feierabendbrigade arbeitete, oft auf ihn verzichten musste. Denn diese Brigaden waren nach Feierabend und an den Wochenenden im Einsatz. „Maurer war’n so gesucht. Und ich konnte nicht ,Nein!‘ sagen“, erzählt er rückblickend.
Bei vielen Ställen, die damals für die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) und Volkseigenen Güter gebaut wurden, habe er mitgearbeitet, berichtet Manfred Springer dem Bürgermeister. „Auf den LPGs wurde viel aufgebaut und umgebaut.“ Doch auch in der Rolandstadt gibt es noch heute Gebäude, wo Manfred Springer seine Spuren hinterlassen hat. So berichtet er vom ehemaligen Krankenhaus in der Reetzer Straße sowie vom Gebäude der PGH Klempner und Heizungsbau am Marienplatz, in dem sich heute ein chinesisches Restaurant befindet. Hier hat er die Büroräume hergerichtet und den Keller mit seinen Gewölben zu einem Lager umgebaut.
Die letzten fünf Jahre seines Berufslebens war Manfred Springer Hausmeister im Kindergarten in der Sophienstraße. Hier habe er von seinen vielen Gewerken vom Bau profitiert. Für die Kinder hat er sogar einen kleinen Rodelberg auf dem Gelände entstehen lassen. Kein Wunder, dass ihn die Kita-Leiterin ungern in den Ruhestand gehen ließ.
Bevor Elma dem Bürgermeister aus ihrem beruflichen Leben erzählt, erfährt dieser, wie sie ihren Manfred kennengelernt hat. „Das war beim Tanzen im Hotel Stadt Berlin“, sagt sie. „Ich hatte einen kleinen Kavalier dabei, den ich aber abgeschoben habe.“ Bei dieser Erinnerung muss die 90-Jährige lachen. „Ich habe ihm gesagt: ,Wir bleiben sowieso nicht zusammen.‘“ Und nach dem Tanz habe sie Manfred dann auch nach Hause gebracht. „Das hat mir besser gefallen!“.
Aus dem „besser gefallen“ wurde mehr und am 28. Juli 1956 heirateten beide.
Ihre berufliche Ausbildung hat Elma Springer mit 16 Jahren beim Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Wittenberge begonnen. „Damals hatte ich zwischen Schlosser, Tischler und Elektriker auswählen können“, erinnert sie sich. Der Filmvorführer, bei dem sie immer die Filmrollen aufrollte, empfahl ihr, Elektriker zu lernen, denn das sei eine gute Grundlage. Also lernte sie den Beruf, ging dann nach der Ausbildung ins RAW nach Perleberg. „Doch unter den ganzen Männern hat mir das nicht so gefallen“, sagt sie. Und so wechselte sie ins Fernmeldeamt.
„Doch dann kamen die Selbstwähleinrichtungen und ich gehörte zu denjenigen, die entlassen wurden“, berichtet sie. „Es hat schon ein wenig geschmerzt.“ Von einer Freundin bekam Elma eine Empfehlung, doch zur Armee zu gehen. Sie wurde angenommen, arbeitete 16 Jahre lang als Fernschreiberin. Ein beruflicher Wechsel sollte noch folgen. Im Klubhaus der Armee wurde ein Filmvorführer gesucht, Elma Springer wurde genommen, arbeitete in diesem Beruf bis zur Rente. Kurz nach der Wende ist sie in den Vorruhestand gegangen.
Gelebt hat das Paar bis vor sieben Jahren in ihrem Haus in Spiegelhagen. Seitdem wohnen sie in der Rolandstadt in einer kleinen Wohnung, wo sie sich wohlfühlen. Die beiden Naturfreunde sind täglich spazieren, entdecken im Hagen immer wieder neue Bäume und Pflanzen, freuen sich an den Veränderungen. 20 Jahre lang gehörte Elma Springer zur AWO-Nähgruppe. Einige Arbeiten, wie Seidenmalereien, Patchworkarbeiten und eine von ihr gewebte Decke sind im Wohnzimmer des Ehepaares zu entdecken.
Zur kleinen Runde mit dem Bürgermeister sind auch Tochter Ute und Sohn Lutz gekommen. Gemeinsam mit dem Bürgermeister stoßen sie auf die Gesundheit der beiden 90-Jährigen, auf ihre 180 Lebensjahre an.
Am Ostermontag stößt zum Mittag im Restaurant „statt-café“ die restliche Familie, zu der inzwischen auch zwei Enkel und drei Urenkel zählen, dazu, um das Doppeljubiläum gemeinsam zu feiern.
Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Bürgermeister Axel Schmidt (links) mit Elma und Manfred Springer, die beide am Ostermontag ihren 90. Geburtstag feierten.