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Wanderausstellung „STILLgeschwiegen! – Die Vertriebenen in der SBZ und DDR“ noch bis zum 29. März in der Lotte Lehmann Akademie zu sehen
Perleberg, den 04.03.2025
Noch bis zum 29. März gastiert die Wanderausstellung „STILLgeschwiegen! – Die Vertriebenen in der SBZ und DDR“ der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen in der Rolandstadt Perleberg im Atrium der Lotte Lehmann Akademie, Großer Markt 12. Die sehr sehenswerte Ausstellung ist auf drei Ebenen verteilt und widmet sich einem deutschen Schicksalsthema: der Vertreibung von 12 bis 18 Millionen Deutschen aus den Ostgebieten im Zusammenhang mit dem Kriegsende 1945 und insbesondere dem weiteren Lebensweg der etwa 4,3 Millionen Vertriebenen, die in der späteren Deutschen Demokratischen Republik, also den heute sogenannten neuen Bundesländern eine neue Heimat fanden. Die Ausstellung berührt ein Thema, das zumindest in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik tabu war und von den Betroffenen nicht aufgearbeitet werden durfte. Sie versucht, nunmehr 35 Jahre nach dem Fall der Mauer, eine Lücke in der Aufarbeitung und öffentlichen Wahrnehmung des Vertreibungs-Themas und der betroffenen Menschen zu schließen.
Die Erlebnisgeneration tritt langsam ab und damit verblassen die unmittelbaren persönlichen Erinnerungen an Flucht und Vertreibung aus dem deutschen Osten mehr und mehr und die nachfolgenden Generationen müssen ihr Wissen nunmehr immer öfter aus den Geschichtsbüchern, Familien-, Film- und Fotoarchiven und Chroniken schöpfen. Aus eigenem Erleben und eigener Erfahrung können immer weniger Menschen über dieses traumatische Schicksal von Flucht und Vertreibung als Folge eines grausamen Krieges, dem Verlust der angestammten Heimat, dem Verlust von Familienangehörigen und Freunden, der zwangsweisen Aufgabe von Haus und Hof in der Zeit um 1945 und danach berichten. Wer nicht selbst betroffen ist oder es selbst miterleben musste, kann kaum ermessen, was die Menschen jener Zeit durchlitten haben. Der Verlust der Heimat gehört zu den schlimmsten Erfahrungen der menschlichen Seele. „Gibt's kein höheres Übel doch als den Verlust der Heimat“ schrieb schon der griechische Dichter Euripides (480 bis 407 vor Christus). Daher ist die Ausstellung auch eine Mahnung zum Frieden.
Die umfangreiche Ausstellung ist noch bis einschließlich 29. März im Rahmen der Öffnungszeiten der Stadtinformation (montags, mittwochs und freitags von 9 bis 15 Uhr, dienstags und donnerstags von 9 bis 17 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 12 Uhr) für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Präsentation der Wanderausstellung wird vom Bundesministerium des Inneren und für Heimat gefördert.
Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Gespräche bei der Ausstellungseröffnung am 5. November.