Gratulation zum 25-jährigen Geschäftsjubiläum in Perleberg - Seit 25 Jahren ist der Meisterbetrieb „Ihre Treppe“ in der Rolandstadt
Als sich Ende der 1990er Jahre das Gewerbegebiet Schwarzer Weg entwickelte, gehörte auch der Meisterbetrieb „Ihre Treppe“ zu den Unternehmen, die sich hier ansiedelten. Zum 1. Januar 2000 hatte Ronald Plagens sein Gewerbe in der Rolandstadt angemeldet.
Aus diesem Anlass sind am Mittwochnachmittag Bürgermeister Axel Schmidt und TGZ-Geschäftsführerin Sandra Perabo in die Firma gefahren, um Ronald Plagens zu diesem Jubiläum zu gratulieren.
Dabei reicht die Firmengeschichte über 100 Jahre zurück. Ursprung war die Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Tischlerei Wichert in Groß Lüben. Eine Maschine aus der Ursprungszeit ist heute noch im Ausstellungsraum zu bewundern. Heinz Wichert war dann in den 1970er Jahren vorerst der letzte Tischlermeister des Betriebes. Nach Streitigkeiten mit der Einkaufs- und Liefergenossenschaft und dem Kreis Perleberg schloss er den Betrieb und nahm eine Tätigkeit als Tischlermeister in der LPG auf.
Ronald Plagens selbst hat im Nähmaschinenwerk in Wittenberge Werkzeugmacher gelernt. Als nach der Wende das Werk geschlossen wurde, stand er vor der Frage, was er nun machen sollte. „Warum machen wir die Tischlerei nicht wieder auf?“, fragte er. Gesagt, getan.
Nach einer Umschulung zum Tischler machte er sich am 1. April 1993 machte er sich mit der Tischlerei in Groß Lüben selbstständig. Damals noch unter dem Namen Tischlerei „Wichert & Plagens“. Im Jahr 1998 folgte dann die Meisterprüfung und Heinz Wichert zog sich in den Ruhestand zurück. Da die Nachfrage nach seinen qualitativ hochwertigen Produkten und Leistungen schnell anstieg, mussten mehr Mitarbeiter eingestellt und eine größere Werkstatt gefunden werden. So mietete er in den Jahren von 1998 bis 2000 die Räumlichkeiten des alten Fensterwerkes in Glöwen an.
Zu viele Auflagen der Berufsgenossenschaft und die marode Bausubstanz der bestehenden Räumlichkeiten führten letztlich zur Entscheidung, eine neue Fertigungshalle mit Ausstellung und Büroräumen, die speziell für den Treppenbau konzipiert sind, zu errichten. Als Standort entschied er sich für das derzeit neu errichtete Gewerbegebiet in Perleberg am Schwarzen Weg. Die Fertigstellung und der Einzug in die neuen Räumlichkeiten erfolgte im Januar 2000.
Ronald Plagens führt den Bürgermeister und die TGZ-Geschäftsführerin durch seinen Betrieb. Im Ausstellungsraum sind einige Mustertreppen zu sehen. Hier führt der Geschäftsführer auch Kundengespräche, bei denen die Traumtreppen nach den individuellen Wünschen der Kunden zunächst als virtuelle 3D-Modelle entstehen.
Drei Hallen schließen sich an: die Maschinenhalle, die Bankhalle und die Lackiererei mit Auslieferungslager. Axel Schmidt und Sandra Perabo erfahren, in welchen Schritten die einzelnen Treppenteile entstehen, bis sie fertig zur Auslieferung und Montage sind.
„Rund 50 Prozent sind aus Buchenholz“, antwortet Ronald Plagens auf die Frage, aus welchem Material die meisten Treppen in seinem Unternehmen hergestellt werden. Aber auch andere Hölzer, wie zum Beispiel Eiche, Esche sowie exotische Hölzer werden für die Herstellung von Treppen verarbeitet.
Auch wenn die meisten Treppen und Treppenteile, die an diesem Nachmittag in den Hallen zu sehen sind, aus Holz sind, so erzählt Ronald Plagens, dass auch Stahl und Glas beim Treppenbau zum Einsatz kommen.
Stolz berichtet er, dass er schon frühzeitig begonnen habe seinen Betrieb zu digitalisieren. „Seit dem Start in Perleberg haben wir eine elektronische Zeiterfassung.“ Im Jahr 2010 wurde dann die Digitalisierung in den Büros und 2021 mit der Digitalisierung in der Fertigung das Vorhaben vollendet.
Heute beschäftigt Ronald Plagens fünf Mitarbeiter, die zwischen 150 und 200 Treppen pro Jahr fertigen.
Geliefert werden die hochwertigen Treppen in einem Umkreis von zweieinhalb Fahrstunden. In diesen Radius um Perleberg fallen auch die beiden Metropolen Hamburg und Berlin.
In den nächsten Jahren möchte sich Ronald Plagens aus dem Unternehmen zurückziehen. Daher schaut er sich nach einem möglichen Nachfolger um. Denn ihm liegt schon am Herzen, dass die Geschichte des Unternehmens auch nach seinem Ausscheiden fortgeschrieben wird.
Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Glückwünsche und eine Flasche Perleberger Sekt erhält Ronald Plagens (Mitte) von Bürgermeister Axel Schmidt und Sandra Perabo.